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Premierministerin Theresa May im Spagat zwischen Brexit-Befürwortern und der Realität des Marktes

Von   /   22. September 2017

Großbritannien wird sich nach dem BREXIT nicht allein auf den Dienstleistungssektor verlassen können, wenn es darum geht die Wirtschaft in Gang zu halten.

Während die Premiermnisterin nun bereit ist, den im Land lebendenden EU Gastarbeitern Zugeständnisse zu machen, haben die Märkte sich auf eine drastische Entwertung des Britischen Pfundes eingestellt.

Anders als es zuletzt Boris Johnson darstellte, benötigt die landeseigene Wirtschaft einen robusten Export in die EU. Dazu braucht es im Wesentlichen ein schwaches Pfund. Nur so ließe sich der Export mit landeseigenen  Produkten in die EU auf Dauer absichern.

Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass mit der Abschwächung der Währung die Importe deutlich teurer werden. Damit steigen auch die Lebenshaltungskosten nicht nur für die Gastarbeiter aus Polen, Italien und anderen EU Ländern. Besonders wird sich das im  Energiebereich, auf dem Mobilitätssektor und bei den Mieten auswirken.

Berücksichtigt man die Tendenz zu einer negativen Währungsrelation zwischen dem Sloty und dem GBP, so ergeben sich zukünftig weniger Anreize für polnische Fremdarbeiter in das Vereinigte Königreich einzuwandern. Statt dessen könnte sich der Immigrantenstrom nach USA umorientieren.

Insbesondere der Gesundheitsbereich wäre indirekt stark davon betroffen. Ausbildung und personeller Ersatz  würden Jahre in Anspruch nehmen und mehr Geld als bisher kosten.

Im Londoner Finanzzentrum hat man sich schon damit abgefunden, die dortigen Gehälter in US Dollar auszuzahlen. Nur so konnte bisher sichergestellt werden, dass diese imminent wichtige  Klientel nicht abwandert.

Großbritannien wird nach dem BREXIT mehr dafür tun müssen sich wirtschaftlich zu behaupten. Im Wechselspiel zwischen einer gewollt schwachen Währung und steigenden Lebenshaltungskosten wird das Land in den Finanzmärkten ausrechenbarer und damit angreifbarer sein.

Nur wenn es gelingt die zukünftigen Abhängigkeiten zumindest teilweise zu kaschieren, liefert der BREXIT Entscheid ein positives Resultat für das Vereinigte Königreich. Denn auch durch den Wegfall entscheidender EU Mitspracherechte wird das Land kleiner in seiner internationalen Bedeutung werden.

Theresa May sollte nicht glauben, dass die auf der EU Seite verantwortlichen Verhandlungsführer diese Zusammenhänge nicht durchschauten.

Es wäre daher an der Zeit die eigenen Karten komplett auf den Tisch zu legen. Die Uhr tickt nicht nur, sie hat auch eine Bedeutung für das Ergebnis der Verhandlungen.

 

 

 

 

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